Ich habe noch einen Koffer in Berlin

16.01.2019

Fotos:Heike Lindenau

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Gemäß dem Lied „ Ich habe noch einen Koffer in Berlin“ von Marlene Dietrich trafen sich zur diesjährigen Cross DM über 600 Fahrerinnen und Fahrer, um in verschiedenen Klassen den Deutschen Meister zu ermitteln. Gastgeber war der RSV Eintracht 1949 e.V.. Die Mitglieder um Ihren deutschen Crosskoordinator Walter Röseler hatten in den letzten Wochen auf Ihrer Hausstrecke um die Kiebitzberge eine DM-reife Crossstrecke abgesteckt. Tagelang wurden Wege gehakt, Bäume und Büsche gestutzt, Kilometer lang Flatterband verarbeitet, um pünktlich am Samstagmorgen das erste Rennen zu starten.

 

 

 

Aus der Vergangenheit wussten die Teilnehmer um den anstrengenden Kurs. Diverse Anstiege, Sand- und Wurzelpassagen erforderten Kraft und technisches Fahrkönnen von den Teilnehmern. Um die Strecke noch ein wenig zu verlängern, hatte Walter eine Brücke aufbauen lassen und auf einer Wiesenfläche eine Schnecke eingebaut.

 

 

 

Als erstes starteten am Samstagmorgen die Jüngsten, U11 und U13 Fahrerinnen und Fahrer. Die Regel sagt aus, dass die Siegerinnen und Sieger sich noch nicht Deutscher Meister nennen dürfen. Danach gingen die weiblichen U15 und U17 Starter auf den Kurs, gefolgt von den männlichen U15 Teilnehmern. Bei diesem Rennen war mit Thies Liedtke (RT Neumünster) ein Starter aus Schleswig-Holstein dabei. Thies erreichte den 30. Platz von 42 Fahrern.

 

Im Anschluß folgte das erste Highlight der diesjährigen DM: 57 Fahrer der Master 3 und 4 mit zahlreichen Weltmeistern, Europameistern und Deutschen Meistern standen am Start. Mit dabei die beiden Schleswig-Holsteiner Matthias Lück (RSC Kattenberg) und Jochen Keiler (Athletico Büdelsdorf). Von Anfang an wurde der Kurs mit hohem Tempo gefahren. An der Spitze wechselten sich diverse Fahrer ab. Letztendlich hatte der ehemalige Deutsche Meister Jens Schwedler die Nase vorn. Matthias Lück kämpfte sich aus der drittletzten Reihe immer weiter nach vorne und fuhr in einem beherzten Rennen auf den hervorragenden zwölften Platz! Jochen Keiler, immerhin schon Senioren 4 Fahrer, erkämpfte sich einen fantastischen 18. Platz!

 

Danach gingen die etwas jüngeren U17 Fahrer an den Start. Hier war aus Schleswig-Holstein der 15jährige Silas Koech (Racing Team Herzogtum Lauenburg) mit von der Partie. Leider war für Silas das Rennen schon vor dem Startsignal beendet. Bei der Kontrolle seiner Laufräder stellte man fest, dass diese angeblich zu breit waren. Sein Ersatzrad fiel leider dem Pannenteufel zum Opfer. Sehr schade für Silas, aber aus Fehlern lernt man.

 

Als Hauptrennen für Samstag standen die Elite Frauen und die U23 am Start. Hier hatten wir drei Fahrerinnen aus Schleswig-Holstein dabei. Philine Letz (SV Sülfeld) im U23 Rennen, Lisa Schröder-Ott (USC Kiel) und Cordula Neudörffer (RSC Kattenberg) im Frauen Elite Rennen. Durch den anhaltenden Regen und die vorangegangenen Rennen hatte sich die Strecke verändert. Wo vorher noch ein kleiner Absatz war, befand sich eine ausgefahrene Kuhle. Cordula und Lisa konnten vom Start an in der Spitzengruppe fahren und lieferten sich ein spannendes Rennen, welches Cordula knapp für sich entscheiden konnte. Cordula wurde sechste, einen Platz vor Lisa auf Platz sieben. Philine, ein Neuling unter den Crosserinnen, kämpfte sich auf einen hervorragenden 7. Platz in Ihrer Altersklasse.

 

Mit vielen strahlenden Gesichtern endete der erste Wettkamptag in Kleinmachnow und bei einem Glas Bier oder Wein wurden die Ergebnisse gefeiert.

 

 

 

Am Sonntagmorgen gingen die Junioren U19 männlich als erste an den Start. Es regnete unaufhörlich! Auch hier war aus Schleswig-Holstein kein Teilnehmer dabei. Tom Lindner, der momentan beste deutsche Crosser, wurde mit Abstand Deutscher Meister. Mit der Leistung gehört er auch zum Favoritenkreis bei den in 3 Wochen stattfindenden Weltmeisterschaften in Dänemark. Danach starteten die etwas älteren U23 Fahrer Ihr Rennen. Der einzige Fahrer aus Schleswig-Holstein war hier Sönke Liedtke (RT Neumünster), der einen tollen 16. Platz mit nach Hause nehmen kann. Nach einer kurzen Pause waren dann die Master 2 dran! Mit Torben Wölki, alias Toni Carboni (RV Trave) war ein in der Crossszene bundesweit bekannter Fahrer am Start. Torben ist mit seinen selbstgestylten Fahrrädern und Laufrädern immer wieder ein Hingucker. Am Ende sprang, nach einem technischen Defekt mit langer, beherzter Laufeinlage, ein 37 Platz heraus. Der Abschluss der Deutschen Meisterschaften war mit dem Hauptrennen dieses Tages das Eliterennen der Männer. Mit Marcel Meisen und Sascha Weber waren hier auch die einzigen echten Profis am Start. Dies merkte man auch im Laufe des Rennens. Marcel Meisen gab von Anfang an das Tempo vor. Das führte dazu, dass am Ende nur 12 Fahrer der gestarteten 39 das Rennen beenden durften. Alle anderen wurden vorher wegen Überrundung herausgenommen. Da sieht man doch den Unterschied zwischen Profi und Amateurfahrer. Aus Schleswig-Holstein war kein Fahrer am Start.

 

 

 

Da bei Deutschen Meisterschaften immer auch der Vorstand des BDRs vor Ort ist, konnte man in den Rennpausen und am Abend viele Dinge, die den Radsport betreffen, besprechen und sich austauschen. Es wurden Themen persönlich angesprochen und Verabredungen gemacht. Da stelle ich immer wieder fest, dass solch eine Meisterschaft fruchtbarer ist, als manch eine Präsidiumssitzung.

 

 

 

 

 

Mit sportlichen Grüßen

 


Autor: Stephan Sturm