Zwei Nordmeister aus Schleswig –Holstein

27.11.2018

Sie kamen, sie sahen, sie siegten.  

Aus Schleswig- Holstein reisten am 25.November 2018 dreizehn Fahrer zu der Landesmeisterschaft der Nordverbände im Cyclocross in das 300km entfernte Neubrandenburg. In dem „Dirt Bike Park“, in dem sonst Mountainbikemeisterschaften ausgetragen werden, wurden wir herzlich mit leckerster Suppe begrüßt. Das Wetter stand um den Gefrierpunkt, aber trocken, auf der Seite der Veranstaltung. Als Mitverantwortlicher für den Stevenscup war es mal ganz interessant zu sehen, wie andere solch eine Veranstaltung organisieren. Schon bei der Startaufstellung ging es sehr unkonventionell zu.  Frei nach dem Motto „Jeder steht wo er will, die Startposition ist nicht wichtig“, ging es über eine richtig lange Startgerade in die Runde. Was assoziiert man mit einem MTB Park? Hoch und runter und Kurven und Sand. Irgendwann kam man am Depot vorbei, was man als Doppeldepot aufgebaut hatte. Hier musste man als Betreuer Kletterkünste haben, weil es durch einen Lattenzaun geteilt war.

Als erste starteten unsere Kleinen. Zuerst wurden 900 m gelaufen und dann 2 Runden auf einer verkürzten Strecke gefahren. Bei den U13 wurde Lazlo Bjarne Broda mit einem Start -Ziel Sieg Nordmeister. Einen guten 4. Platz holte sich sein Vereinskumpel Falk Fricke-Kranz.

Bei den U 15 Startern hatten wir nur eine Fahrerin am Start. Liv Jensen aus Malente schlug sich tapfer im Feld der Jungs.

Hier der Dank an Uli Buchen der mit viel Engagement Jugendliche aus seinem Verein betreut. Zusätzlich meldete er sich zum Sen 2 Rennen nach, sodass wir auch in diesen Rennen einen Landesmeister hatten.

Nach der U17, wo aus Schleswig-Holstein kein Fahrer am Start war, gingen die Damen ins Rennen. Hier hatten wir 3 Fahrerinnen am Start. Den besten Start hatte Lisa Schröder-Ott (USC Kiel), die sich gleich in der ersten Runde schon 15 Sekunden vom Feld absetzen konnte.  Dahinter folgten dann Cordula Neudörffer ( RSC Kattenberg) und der Rest des Feldes. Cordula konnte dann in den nächsten 3 Runden ihre Stärken am Berg beweisen und kam Sekunde für Sekunde an Lisa heran. In Runde 5 überholte sie Lisa dann. Von da an war sie die Gejagte. Die beiden lieferten sich bis zur letzten Runde ein packendes Rennen. Am Schluss konnte sich Cordula ein wenig absetzen und wurde verdient Nordmeisterin. Beide gehören meiner Meinung nach im Moment zu den besten Fahrerinnen, die wir in Deutschland haben. Dritte der Landesmeisterschaft wurde Philine Letz aus Sülfeld.

Zeitgleich mit den Damen fuhren die U19 m ihren Nordmeister aus. Hier ging trotz Plattfuß Hannes Stobbe von den Ahtleticos als erstes durchs Ziel und wurde Nordmeister.

Bei dem Sen 3 und 4 bekamen wir zwei unterschiedliche Rennen geboten. Die Sen 3 dominierte Matthias Lück vom RSC Kattenberg vom Start an und wurde ungefährdet Nordmeister. Bei den Sen 4 ging Manfred Bartsch nach den ersten technischen Passagen in Führung. Diese baute er kontinuierlich aus. In der dritten Runde zerriss es ihn förmlich. In einer steilen Abfahrt machte er einen Fahrfehler und stieg förmlich über den Lenker ab. Dabei knallte er auf seinen Brustkorb. Das dieses sehr schmerzlich ist, kann jeder nachvollziehen. Trotz Schmerzen fuhr er sein Rennen zu Ende und wurde noch guter Dritter. Landesbester wurde hier Gerald Heiß aus Eutin.

Als letzte gingen die Elite und Sen2 Fahrer an den Start. Bei den Elite Fahrern glänzten unsere Fahrer aus Schleswig-Holstein durch Abwesenheit. Bei den Sen 2 wurde unser Paradiesvogel Thorben Wölki (Toni) Landesmeister. Wie man es von ihm gewohnt ist, fuhr er sein Rennen mit den üblichen Einlagen für die Zuschauer. So macht Crossen Spaß.

 

Ergebnisse:

https://www.herzog-sport.de/_dok_erg/20181125cross_neubrandenburg_mnv_erg.pdf

 

Trotz allem Positiven bleibt ein fader Beigeschmack. Nur 13 Fahrer hatten sich auf den Weg nach Neubrandenburg gemacht. So langsam bin ich sehr verärgert über diese Situation. Die letzten 2 Jahre in Zeven waren von der Beteiligung schon ziemlich mau. Aber dieses Jahr ist das ein Schlag ins Gesicht für den Veranstalter und den Verband.  Für mich ist das ein Zeichen, dass solch eine Veranstaltung von den Sportlern nicht mehr gewollt ist. Daraus muss man dann Konsequenzen ziehen. Dieses werde ich im Vorstand bzw. mit meinen Kollegen aus den Nordverbänden diskutieren.

 

Mit sportlichen Grüßen

Stephan Sturm


Autor: Stephan Sturm