Zeitfahren Hamburg - Berlin

23.10.2018

" BERLIN, BERLIN - wir fahren nach Berlin" so die Parole am 13.Oktober 2018 beim jährlichen Abschlußevent des Audax Club Schleswig-Holstein. Wie schnell sind heute 280Kilometer zu fahren?

Schon zum 17.mal läutet das Zeitfahren das Ende der RTF-Saisonein. Ziel war und ist die letzte RTF in Berlin-Spandau am nächsten Tag. Den meisten der ca.300 Startern (dies ist die maximale Teilnehmerzahl), die inzwischen aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen, ist dieser Umstand aber egal. Auch die Fahrzeiten spielen bei vielen eine eher untergeordnete Rolle. Für diese ist der Weg das Ziel und die Frage "Schaffe ich es im Zeitlimit dorthin - ohne Defekt, Sturz oder Umwegen".

Der neue Startort hat sich zum 2. mal bewährt. 
Der Starttag wurde wie vorhergesagt ein XXL Goldener Herbsttag. War es bei den ersten Startern um 6:30Uhr noch dunkel und etwas frisch, so sah man gegen 7 schon die ersten in kurz-kurz starten. Wer mochte konnte im "Clausen´s Vierländer Landhaus" in HH-Neuengamme sich vorher ausgiebig mit einem reichhaltigen Frühstück, im Startgeld von 25€ enthalten, für die heutige Tagesaufgabe stärken. Im Minutenabstand erfolgten die Starts - ohne Startrampe, Sattelfesthalter oder gar Startschuss. Ob nun mit Rennrad, Triathlonbike, Zeitfahrrad, Liegerad oder gar vollverkleidetes Velomobil - BERLIN, wir kommen.

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Radsportliche Anspannung, aber kein Stress oder Hektik kurz vorm Start 

Wie immer herrschte freie Streckenwahl innerhalb der bekannten Regeln und auch der "Bußzeitkatalog" hatte wieder seine Gültigkeit. Ansonsten war jedem klar: Hamburg-Berlin wird aus eigener Kraft (im Team) gemeistert und gefahren wird im normalen Strassenverkehr und damit natürlich nach StVo! Vom Veranstalter wurde die Distanz mit ca. 280 Kilometer angegeben. Mit einem GPS fähigen Gerät und gelegentlichen vorhandenen Ortskenntnissen gab es viele Wege nach Berlin. Support / Begleitautos waren auf der Strecke verboten.

Bewunderns- bzw. bemerkenswert ist immer wieder die Tatsache, wie dieses Event von so wenigen Helfern mit so viel Manpower und radsportlicher Leidenschaft routiniert jedes mal gewuppt wird. Insgesamt konnte sich Jochen, als Vereinschef, wieder auf seine 10 Mitglieder und 3 externe Helfer verlassen. Als Fotograf war Burkhardt natürlich wieder an Ort und Stelle und auch in Berlin anzutreffen.

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Bei Dömitz wurde die Elbe zum 2. mal überquert und im Depot kurz hinter der Brücke ...

BILD 3
... konnte man sich stärken und sich für die nachfolgenden Kilometer rüsten


Nachdem alle die Geesthachter Elbbrücke passiert haben, wartete Dömitz an der Elbe bei Kilometer 100 (Plus/Minus) mit dem einzigen offiziellen Kontroll- und Verpflegungspunkt auf die Langstreckensportler. Hier erfolgte zuallererst eine Durchfahrtskontrolle der Teilnehmer. Bis hierher wurden dann auch schon die meisten der etwa 500 Höhenmeter absolviert.

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Heute war ein nahezu perfekter Rennradtag. Viel zu schade zum schnell vorbeisein.

Auch die weitere Streckenpassage war frei wählbar. Inzwischen strahlte die Sonne vom blauen Himmel und die Temperatur stieg über 20Crad. Ideales Radfahrwetter - mitten im Oktober. Das oder der einzige der störte, war der beständige SüdOstWind. Für unerwartete Überraschungen und teilweise Umwege sorgten auch diesmal wieder einige Baustellen auf der Strecke. Und so mancher Akteur kam zu der Erkenntnis, nicht jede vermeintliche Abkürzung ist eine und/oder ist es auch wert gefahren zu werden. Perleberg, Wittenberge, Hansestadt Havelberg und Nauen waren einige markante Wegpunkte gen Ziel.

BILD 6, 7, 8
Bei diesem Anblick im Ziel waren die Strapazen der heutigen Fahrt schnell verdrängt.

Bis auf 5 Abbrecher erreichten dann alle 297 Gestarteten das Wassersportheim in Berlin-Alt Gatow an der Havel. Im Ziel gab es weder ein Siegerpodest, noch Pokal oder Urkunden, dafür aber viel Applaus und Anerkennung für die heute erbrachte Leistung, ungeachtet der Fahrzeit. Der reguläre Kontrollschluss betrug 21:30Uhr.

Straßensaison 2018 ade. 
Ergebnisliste und Impressionen unter www.audaxclub-sh.de

 

 


Autor: Dirk Ehling, Redaktion: Arne Dose