CTF in Ratzeburg: Der wilde Herwart und die 13

06.11.2017

Alles war vorbereitet, die 13. (!) RST Lübeck-CTF, diesmal mit Marathonstrecke im Rahmen des Country-Cup Deutschland, hätte wie in den vergangenen Jahren starten können. Aber diesmal kam alles anders. In der Nacht zu Sonntag (29.Oktober 2017), pünktlich zur Zeit Umstellung, stand der wilde Herwart vor der Tür.

Ab 03:00 Uhr stürmte es sehr heftig und der Gedanke in wenigen Stunden eine CTF durch den Wald zu starten, war nicht mehr realistisch. Um 05:15 Uhr klingelte der Wecker. Immer noch Sturm und Regen.
Bis zum Vorabend der Veranstaltung hatten sich fast 90 Radsportler vor angemeldet. Dies war ein Ergebnis der vor angemeldeten Teilnehmer wie im vergangenen Jahr und am Start könnten wir 180 Sportler und Sportlerinnen begrüßen.
Aber bereits am Sonntagmorgen meldeten sich viele Teilnehmer per E-Mail ab. Zu stürmisch ist das Wetter. Die Sicherheit geht vor. Auf dem Weg nach Ratzeburg lagen einige Bäume auf der Landstraße quer.
Das sieht alles nicht so gut aus. Um 07:00 Uhr am Start in Ratzeburg heftiger Sturm und immer wieder Regenschauer. Die Helfer treffen nach und nach ein. Das Handy steht nicht still. Diverse Anfragen ob die Veranstaltung heute überhaupt stattfindet? Eine gute Frage. Wir als Veranstalter wollen natürlich, das die Teilnehmer sicher und unfallfrei die CTF-Strecke fahren können. Gegen 07:30 Uhr ein kurzer Besuch bei der Ratzeburger Polizei. Der Beamte fragte bereits beim reinkommen "Guten Morgen, was ist kaputtgegangen?". Nach Rücksprache mit der Polizei gab es keinen Grund die Veranstaltung nicht starten zu können. Es gab auch keine offiziellen Hinweise, dass die Wälder rund um Ratzeburg gesperrt sind. Also zurück und los. Gegen kurz vor 08:00 Uhr haben wir entschieden, die Veranstaltung durchzuführen, aber mit dem Hinweis "wir starten alle Strecken eine Stunde später". So konnten auch Teilnehmer aus dem weiteren Umfeld noch nach Ratzeburg anreisen und mitfahren. Die Wetteraussichten für den Sonntagnachmittag waren eigentlich sehr gut angesagt. Es sollte sonnig werden. Ein schöner Herbsttag wie wir ihn aus den vergangenen Jahren zur CTF in Ratzeburg kannten. Gegen 08:30 Uhr war es mittlerweile sogar trocken und aus dem heftigem Sturm am frühen Morgen entwickelte sich langsam windiger Vormittag. Die Marathonfahrer, die von weiter her angereist waren wollten natürlich auf die Strecke gehen und ihre begehrten Punkte für die Country-Cup Deutschland Serie sichern. Zu diesem Zeitpunkt hofften wir natürlich, dass überhaupt einige Radsportler den Weg nach Ratzeburg finden würden, den wir waren auf gut 180 Teilnehmer vorbereitet und hatten dafür eingekauft.
Die Zeit verging und immer mehr Radfahrer standen an der Anmeldung. Alle waren heiß und wollten los. Da fast alle einen Track hatten, verselbstständigte sich alles. Gegen 09:30 Uhr gab es kein Halten mehr.
Die ersten Marathonfahrer gingen auf die Strecke. Wir mussten unsere erste Kontrolle nun etwas schneller aufbauen und der Tag nahm seinen Lauf. Bis um 11:00 Uhr gingen viele, viele kleine Gruppen an den Start. Das Wetter besserte auch gegen Mittag.
Einige Schauer zogen noch durch und das bei kalten 7°C. Aber einige wenige fuhren sogar in Kurz (!) Dreckig wurde diesmal wirklich alle! Ab 13:00 Uhr kam dann endlich die Sonnen heraus und die Veranstaltung fand ein glückliches Ende. Die Räder konnten nach der Tour sogar mit warmen Wasser saubergemacht werden - es war ja kalt genug. Wir konnten trotz der äußerst schlechten Voraussetzungen an diesem Tag gingen 80 Radsportler auf die drei verschieden CTF-Strecken. Selbst auf die Marathonstrecke über 91 Kilometer begaben sich 20 Radsportler. Vor dem Sturm lagen nur noch einige wenige Bäume von letzten Sturm Xavier Anfang Oktober quer, aber heute musste die Teilnehmer über mehr als 20 Bäume steigen. Die vielen positiven Eindrücke der schönen und anspruchsvollen Strecke nahmen die Teilnehmer mit nach Hause. Nachdem die letzten Marathonfahrer gegen 16:30 Uhr das Ziel erreichten, waren alle glücklich am den Start gegangen zu sein und wir als Veranstalter natürlich auch, dass alle gesund und unfallfrei wieder zurück waren. Vom morgendlichen Sturm war am Nachmittag nichts mehr zu spüren.
Um kurz nach 17:00 Uhr wurde es bereits dunkel und der Tag noch nicht zu Ende. Jetzt ging es ans große Aufräumen und zusammenpacken. Gegen 18:30 Uhr waren wir endlich wieder zu Hause, mussten aber auf dem Heimweg noch einen Umweg fahren. Es lag ein Baum quer auf der Fahrbahn.

DANKE, an alle Helfer, besonders an die Guides und an die Teilnehmer, die zu dieser tollen Veranstaltung beigetragen haben.

Die Strecke führte die Teilnehmer durch die Wälder des Herzogtum Lauenburgs. Von Ratzeburg ging es für die Teilnehmer auf der Marathonstrecke (91 km) und der langen 76 Kilometer-Runde durch den Farchauer Forst nach Mölln und durch das Hellbachtal zum Depot am Drüsensee. Die Marathoni´s müssten dann eine Schleife um den Gudower See und rund um den Sarnekower See zur Gudower Mühle fahren, bis sie wieder ein zweites Mal am Depot vorbei kamen. Weiter ging es Richtung Norden durch die Wälder Richtung Schmilau. Hier am Schaalseekanal trafen die Radsportler auf den Streckenverlauf der 47 Kilometer-Runde. Entlang an vielen kleinen Seen führte die Strecke Richtung Ziethen zum zweiten Depot. Die Schlussrunde führte die Teilnehmer nach Mecklenburg-Vorpommern. Am Mechower See entlang ging es bis zum nördlichen Punkt der Tour nach Campow und vor hier aus wieder zurück nach Ratzeburg.

Aus dem Teilnehmerfeld haben wir trotz der morgendlichen schlechten Voraussetzungen sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, und freuen uns schon auf das nächste Jahr zur 14. RST Lübeck-CTF bei hoffentlich deutlich besserem Wetter.

Der wilde Herwart hat sich Ausgelebt und die 13 (!) ist einfach keine normale Zahl.

Bis demnächst auf dem Rad.


Autor: Marcus Matthusen / Red. Arne Dose