Superbrevet „Paris-Hamburg“ 2017

26.09.2017

Superbrevet "Paris-Hamburg" 2017 11. September 2017, Noisiel, im Osten von Paris, 5Uhr morgens: Jens Thun, Jens Kussler - RSG Mittelpunkt, Rainer Darkow - USG Uetersen, Jörg Bublitz und Dirk Ehling (der dirk) vom RSC Kattenberg starteten bei der Premiere des Superbrevet "Paris-Hamburg".

Mit Rückenwind wurde die Champagne schnell durchfahren, die ersten von 13 Kontrollstellen wurden passiert. In Wallerfangen im Saarland wartete auf die 90 gestarteten Langstreckenfahrer der erste von vier Hauptkontrollpunkt. Dort gab es Verpflegung, Getränke, technischen Support und eine Schlafmöglichkeit. Schon dort stiegen einige Radfahrer aus der Tour aus, so auch Jörg Bublitz mit Knieschmerzen.
Weiter ging es in den Hunsrück, auf den Erbeskopf (818m). Es folgte eine rasante kilometerlange Abfahrt mit einigen engen Kurven. Für Rainer Darkow war seine Tour irgendwo an der Mosel bei Kilometer 500 zu Ende. Navigationsprobleme. Auf dem Maare-Mosel-Radweg, ein sehenswerter Bahntrassen-Radweg, ging es zügig von Wittlich bis Daun in der Vulkaneifel. Nun wurde Spich/Troisdorf, zwischen Bonn und Köln gelegen, angefahren - KP6 und gleichzeitig zweite Hauptkontrolle. Auch hier war der Empfang wie in Wallerfangen herzlich bis familiär und es gab das Rundumverwöhnprogramm - für einen echten Randonneur eher ungewohnt, aber willkommen. Vorher, irgendwo am Rhein, wurde die 600 Kilometer-Marke erreicht und somit konnte in Spich Bergfest gefeiert werden.
Ab dort waren es nur noch 570 Kilometer Wegstrecke, aber mit dem Bergischen Land, Teutoburger Wald und dem Weserbergland waren noch einige Steigungen und damit verbundene Höhenmeter zu bewältigen. Die Stadtdurchfahrt von Wuppertal war zumindest tagsüber stressig und unschön zu fahren. Das nachfolgende Ruhrgebiet bot auf den weiteren Radkilometern nichts Spektakuläres. In Münster (km 800) gab es Kontrolle 8 und zum dritten Mal Support für alle, incl. Wetterwarnung für Mittwoch, 13. September. Herbststurm "Sebastian" mit viel Wind und Starkregen forderte volle Konzentration, mentale Stärke und erhöhte Beinarbeit beim Vorwärtskommen und zwang im Verlauf dessen weitere Langstreckenfahrer zum Aufhören. Nach Großwieden, der letzte großer Kontrollpunkt, ging es nach einigen kurzen aber knackigen Anstiegen in die Lüneburger Heide. Dort ging es über Schneverdingen, Hollenstedt und Stelle, über ein paar letzte Wellen in der Nordheide, nach einer Geheimkontrolle, mehr oder weniger direkt Richtung Ziel - nach Hamburg.
Über die Veddeler Elbbrücken, vorbei an der Elphi und durch die Speicherstadt führten die letzten Brevetkilometer zur bekannten Jugendherberge "Auf dem Stintfang". Die exponierte Lage direkt über den Landungsbrücken bot allen Finishern einen phantastischen Blick über den Hamburger Hafen. Für den Moment lohnten sich die 1210 Kilometer und die mehr als 6.500 Höhemneter.
Superbrevet "Paris-Hamburg" 2017 geschafft = Prüfung bestanden. Ungeachtet der jeweiligen Endzeit - Gratulation allen SH-Ranndonneuren für die außergewöhnliche Fahrleistung und für das Durchhaltevermögen. Chapeau!


Autor: Dirk Ehling / Red. Arne Dose