4 Nordlichter wollen es wissen

10.08.2017

©Stephan Sturm

Seit 15 Jahren findet das 24 Stundenrennen auf dem Nürburgring statt. Wo sonst Formel 1 Boliden oder Motorräder ihre Runden drehen, ist einmal im Jahr die Strecke nur für Radfahrer reserviert.

In diesem Jahr nahmen 4 „Amazonen“ aus dem Norden teil.

Cordula Neudörffer (RSC Kattenberg) suchte für das Jahr 2017 noch ein Highlight. „Warum denn nicht mal 24 Stunden Radfahren?“ Nicht lange überlegt, kurz mal telefoniert und schnell war eine Mannschaft zusammen. Svea Wenzel (USC Kiel), Annika Kiesow und Viktoria Arndt (beide Kieler RV) waren gleich Feuer und Flamme.

Jetzt hieß es anmelden und organisieren. Zu einem guten Team gehören natürlich auch Betreuer. Mit Adrian Rips und Stephan Sturm waren auch diese schnell gefunden.

Cordula waren 24 Stunden nicht genug. Sie meldete sich zusätzlich noch für das Zeitfahren am Freitagabend über die 22 km lange Nordschleife. Hier wurde sie gute Vierte mit einer Zeit von 43:07 Minuten.

Durch die Urlaubszeit und die vielen Baustellen kam der Rest der Mannschaft erst um 22:00 Uhr an. Schnell das Wohnmobil aufgebaut und ab ins Bett, der nächste Tag sollte noch anstrengend genug sein.

Morgens aufgewacht begrüßte uns die Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Schön Frühstücken und dann für das Rennen vorbereiten. Fahrräder überprüft, zur Teamleitersitzung gehen, Strategie besprechen und los ging es. Um 12:22 war der Startschuss. Svea ging als Erste an den Start und kam auch als Erste wieder ins Ziel. Wir hatten besprochen, dass die Mädels jede Runde wechseln. So zogen sich die Stunden dahin. Nach 4 Runden lagen die Mädels auf den dritten Platz und diesen hieß es jetzt zu verteidigen. Anfeuern, Motivieren und Startreihenfolgen ändern war jetzt das Motto. Runde für Runde bauten sie jetzt ihren Vorsprung vor dem vierten Platz aus. Nach der Hälfte der Zeit hatten die Mädels eine halbe Runde Vorsprung herausgefahren. Jetzt aber kam die Nacht. Und wer nachts schon mal auf dem Fahrrad saß, weiß, was so etwas bedeutet. Dunkelheit, schlechte Sicht und die Müdigkeit kommen jetzt. Ändern wir die Taktik?

So ging es durch die Nacht. Fighten, kämpfen war jetzt angesagt. Und die Taktik ging auf. Kurz nach Sonnenaufgang hatten wir den 4. Platzierten eine Runde abgenommen. Neue Taktik? Warum?

Nach 24 Stunden und bester Laune begrüßten wir unsere letzte Fahrerin Annika im Ziel.

3. Platz!!   Welch ein Erfolg! Und wenn man bedenkt, dass die beiden Mannschaften, die vor uns platziert sind, mit Bundesliga- und Nationalfahrerinnen gespickt waren, ist das ein wahnsinniger Erfolg.

Gar nicht lange nachgedacht, für das nächste Jahr ist der Termin schon wieder geblockt. Da waren sich alle einig.

Die Siegerehrung war dann die Krönung des Wochenendes. Rauf aufs Podest und um die Wette grinsen. Ehrungen und Bier in Empfang nehmen, laut Jubeln und sich von der Masse feiern lassen.

 

Mit sportlichen Grüßen

 

Stephan


Autor: Stephan Sturm